Roadtrip USA

Roadtrip Florida

Mit den Mustang durch den Sunshine State – Ein Reisebericht über meinen Roadtrip von Tampa, die Golfküste entlang, über die Everglades und den Florida Keys nach Miami.

Wer glaubt Florida besteht nur aus Partyvolk und Rentnern, Disneyland, Cape Canaveral und Miami Beach der täuscht sich gewaltig. Neben diesen allseits bekannten Touristenhighlights gibt es auch das ruhige, beschauliche Florida mit traumhaften Stränden, gemütlicher Städtchen und unberührter Natur.

Anfang November schreit das Wetter in Norddeutschland jedes Jahr erneut nach Flucht ins Warme. Um dem Regen und der Kälte zu entkommen mache ich mich 2015 auf den Weg zwei Wochen Sonne in Florida zu tanken. Der Herbst ist die perfekte Jahreszeit in Florida. Das Klima ist nicht zu heiß aber perfekt für einen angenehmen Strandurlaub. Zusätzlich sind nicht so viele Touristen wie im Sommer unterwegs, was die Preise sinken lässt.

Tampa

Wir starten unsere Tour im, an der Golfküste Floridas gelegenen, Tampa. Der internationale Flughafen von Tampa ist von Deutschlad aus z.B. mit Lufthansa direkt von Frankfurt in ca. 10 Stunden  zu erreichen. Es empfiehlt sich seinen Mietwagen direkt nach der Ankunft am Flughafen abzuholen um den Kampf mit den Koffern direkt zu unterbinden. Bei uns ist es ein Ford Mustang geworden, was sich im Laufe der Tour als standard Auto für Florida-Roadtrip entpuppte.

Mehr hilfreiche Tipps zum Thema Mietwagen in Florida habe ich in einem separaten Beitrag zusammengestellt

flugzeug-bulletpoint-10x10-nach-rechts Tipps zu Mietwagen in Florida

Von Tampa aus geht es über die Old Tampa Bay und Clearwater Richtung Westen ins ca. 30 Minuten entfernte Clearwater Beach an die Golfküste.

Clearwater Beach

Schon bei der Anfahrt nach Clearwater Beach bekommen wir einen ersten Eindruck was die Golfküste Floridas ausmacht. Lange, hohe Brücken die einen tollen Blick über die Bay und die vorgelagerten Inseln erlauben, liebevoll angelegte Mittelstreifen der Strassen, blaues Wasser wohin man schaut und natürlich Palmen, Palmen, Palmen. Clearwater Beach ist, wie fast alle vorgelagerten Inseln, ein langgezogener und schmaler Streifen. Auf der Landseite liegen niedliche Yachthäfen und die Golfseite ist ausschließlich Sandstrand und Promenade. Egal wo man sich aufhält, das Wasser ist nie weiter als 2 Minuten entfernt. Im Zentrum von Clearwater Beach gibt es kleine Läden wo hauptsächlich Bademode verkauft wird und diverse Restaurants und Bars. Ansonsten finden sich neben größeren Hotels auch zahlreiche Motels auf der Insel die ein Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Wir haben hier zwei Nächte im Sta’n Pla Motel verbracht. Ein ordentliches Motel mit etwas feuchten Zimmern aber einer tollen Terrasse am Yachthafen. Einen besseren Blick zum Frühstück als in diesem Motel kann ich in keinem 5* Haus bekommen.

Clearwater Beach, Florida Roadtripp

Clearwater Beach, Florida

Anna Maria Island

Auf dem Weg die Golfküste herunter gibt es an der Küste immer wieder vorgelagerte Keys die meist nur Platz für eine Strasse und zwei Häuserreihen haben. Ein Geheimtip ist Anna Maria Island was auf der südlichen Seite der Tampa Bay liegt. Nach der beeindruckenden Fahrt über die Sunshine Skyway Bridge erreicht man Bradenton von wo aus man in Richtung Westen zurück an die Golfküste kommt.

Anna Maria ist ein wenig touristisches Dorf mit kleinen Supermärkten und vereinzelten Restaurants. Von der „Hauptstrasse“ läuft man ca. 5 Minuten zum Strand. Man findet einen traumhaften Naturstrand wo nur wenige andere sonnenhungrige Badegäste liegen.

Strand von Anna Maria Island in Florida, Road tripp

Strand von Anna Maria Island

Fort Myers

Unser nächstes Übernachtungsziel ist das Städtchen Fort Myers. Die eigentliche Stadt liegt etwas im Landesinneren am Caloosahatchee River. Fort Myers ist ein beschauliches Stächen mit einer süßen Innenstadt gespickt mit kleinen Cafes und Restaurants. Am Fluss gibt es eine Hafen mit einer schönen Promenade.

destination-tippGenießt den überragenden Sonnenuntergang am Hafen von Fort Myers mit einem tollem Blick über den Caloosahatchee River und die typischen Brücken der Golfküste.
Sonnenuntergang in Fort Myers mit Blick auf die Cleveland Ave Brücke

Sonnenuntergang in Fort Myers mit Blick auf die Cleveland Ave Brücke

Zur Übernachtung empfehle ich das 20 Minuten entfernte Fort Myers Beach. Hier gibt es zahlreiche günstige Motels mit toller Lage und super Qualität. Zudem biete sich Fort Myers Beach an um Ausflüge  in der Gegend zu unternehmen.

Sanibel / Captiva

Eine der, für meinen Geschmack, schönsten Inseln der Golfküste ist Sanibel Island. Diese vorgelagerte Insel liegt nördlich von Fort Myers Island und ist über den Sanibel Causeway zu erreichen. Achtung dies ist von der Landseite aus eine Mautstrasse wo man aber auch bar die Maut von 6 US$ bezahlen kann. Diese vergleichbar teure Maut ist jeden Cent wert denn Sanibel Island ist ein kleines Paradis abseits von den großen Touristen Strömen und Hotelanlagen.

Sanibel Island lässt sich in zwei Inselteile teilen. Im Norden liebt Captiva was aufgrund der Ruhe und des Traumstrandes der eigentliche Geheimtipp ist. Im Süden liegt Sanibel mit dem alten Leuchtturm an der Südspitze. Hier gibt es große Parkplätze (kostenpflichtig) von wo aus man in ca. 30 Minuten die Südspitze Sanibels mit einem alten Leuchtturm umrunden kann.

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Die Spitze von Sanibel Island mit einem alten Leuchtturm

Naples

Nach zwei Tagen in der Region Fort Myers geht es weiter, die Küste runter, nach Süden. Das letzte Städtchen an der Golfküste vor den Everglades läd nochmal zum verweilen und Abschied nehmen ein bevor wir die Golfküste Floridas verlassen. Naples ist die Perle am Golf. Eine Stadt wie aus einem Bilderbuch. Neben einem weiteren, traumhaften Sandstrand ist besonders das süße Zentrum Naples ein Highlight. Kleine Cafes und Läden finden sich auf der 5th Avenue. Rechts und links davon sind liebevoll angelegte Wohngebiete mit akkurat gepflegten Vorgärten.

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Die gemütliche Innenstadt von Naples

Everglades

Eine halbe Stunde nach verlassen von Naples in Richtung Osten wird die Bebauung weniger und zunehmend von Natur abgelöst. Nach und nach tauchen die ersten Mangrovensümpfe auf, der Verkehr wird weniger und die Strasse wird zweispurig. Wir sind auf der Route 41 die Naples mit Miami verbindet und direkt durch die Everglades verläuft. Vor uns liegen 150km durch die Everglades. Eine schnurgerade Strasse, kaum Verkehr und nur vereinzelt mal ein Haus.

Unser einziger Stop auf dem Weg zur Ostküste ist das Städtchen Everglades City was ganz im Zeichen der Airboot-Touren steht. Selbige steht für uns auf dem Plan. Ein detaillierter Bericht über Airboot-Touren in den Everglades findet Ihr in diesem extra Beitrag, da es hier den Rahmen sprängen würde.

flugzeug-bulletpoint-10x10-nach-rechts Airboat Tour in den Everglades

Alligator in den Tiefen der Everglades

Alligator und Mangroven in den Tiefen der Everglades

Nach einem tollen Erlebnis in den Mangrovensümpfen mit meinen ersten Begegnungen mit Alligatoren und Delfinen in freier Wildbahn geht es weiter Richtung Osten, immer entlang der Route 41.

Florida Keys

Nach dem wir die Everglades verlassen geht es noch  etwa 30 Minuten südwärts durch die Vororte von Miami. Dann ist es soweit, die Strasse änder ihren Namen und heißt ab jetzt Overseas Highway. Wir verlassen das Festland und fahren auf die Florida Keys. Die Florida Key bestehen aus über 200 Inseln welche wie auf einer Perlenschnur aufgereiht sind. Sie teilen sich in drei Gruppen auf, zu beginn die Upper Keys mit der Insel Key Largo, die Middel Keys um die Insel Marathon und die Lower Keys mit der letzten befahrbaren Insel Key West. Als Basislager haben wir uns Marathon ausgesucht. Durch die Zentrale Lage sind Tagesausflüge auf alle Keys möglich und die Übernachtungspreise sind deutlich günstiger als direkt in Key West. Die Keys sind eine Welt für sich, mehrere 100km entfernt vom Festland entwickelt sich ein ganz eigenes Leben. Speziell Key West gilt als Aussteiger Insel wo viele Künstler und Denker Wohnen.

Bahia Honda State Park auf den Florida Keys, Road Tripp

Bahia Honda State Park auf den Florida Keys

Da die Erlebnismöglichkeiten so umfangreich sind werde ich einen extra Bericht über die Keys schreiben und hier nur Stichpunktartig Aufführen was meine Highlights waren.

  • Key West: Karibische Stadt am „Most southern Point of USA“ Tipp: Sonnenuntergang  am Sunset Pier
  • Seven Miles Bridge/Bahia Honda State Park: Eine 11km lange Brücke zu einem der schönsten Keys   Floridas. Eine ruhige Insel mit Naturstrand und tollen Ausblicken
  • Schnorcheln vor Key Largo: Meine erste Begegnung mit Wasserschildkröten
Auf dem Weg zum Schnorcheln vor Key Largo

Auf dem Weg zum Schnorcheln vor Key Largo

Fort Lauderdale

Nach drei Tagen auf den Inseln der Florida Keys geht es zurück aufs Festland. Da wir noch eine Nacht Zeit haben bevor wir das Hotel in Miami reserviert haben, haben wir uns entschieden ins nördlich von Miami gelegene Fort Lauderdale zu fahren. Die Highways auf dem Weg an Miami vorbei stellten sich als Mautpflichtig raus, die Alternative wäre allerdings zur Rushhour durch Miami zu fahren, also bissen wir in den sauren Apfel. Fort Lauderdale ist eine typische Urlaubsmetropole. Eine Bettenburg nach der nächsten, eine schöne Strasse am Strand entlang mit zahlreichen Cafes und Restaurants und einem schönen Sandstrand.

Ich empfinde Fort Lauderdale als charmante Stadt allerdings ohne die Highlights der bisherigen Tour. Die Stadt ist für einen Strandurlaub mit Großstadtflair zu empfehlen.

Fort Lauderdale Beach

Fort Lauderdale Beach

Miami

Über die Wollkneule aus Highways geht es zurück nach Miami, unserem letzten Stop dieser Reise. Unser Hotel (Hotel Chelsea) liegt in der Washington Ave, in Miami Beach. Von hier aus ist der berühmte Ocean Drive nur vier Querstrassen entfernt. Das hat den Vorteil zwar in 5 Minuten am Strand zu sein, aber nicht direkt an der Partymeile zu wohnen.

Auf dem Weg nach Miami Beach

Auf dem Weg nach Miami Beach

Miami Beach entspricht voll und ganz den Filmen und Musikvideos welche bei uns hoch und runter laufen. Toller, extrem weiter  Sandstrand, Baywatch-Hütten, muskelbepackte Jungs und Mädchen die an Trainingsflächen am Ocean Drive ihre Muskeln stärken. Am Abend wandelt sich das sonnenbadende Miami dann in eine Partymeile. Den ganzen Ocean Drive entlang sind Bars, Restaurants und Clubs die Ihre Musik auf die Strasse schallen. Es ist voll aber sehr gesittet, obwohl  die unterschiedlichsten Menschen unterwegs sind. Von den eben erwähnten Bodybuildern, Familien mit Kindern über Rentnern bis hin zum reichen Osteuropäer mit seine jungen Freundin findet sich hier alles.

Sowohl Tagsüber in der Sonne und am Strand, als auch abends den Ocean Drive entlang hält Miami alles was es verspricht…allerdings auch nicht mehr. Es war ein „must-see“ der Reise aber nicht mein Highlight.

Der großzügige Sandstrand in Miami Beach

Der großzügige Sandstrand in Miami Beach

Als Tipp für den Roadtrip empfehle ich sein Auto in Miami schon bei der Ankunft abzugeben, da in Miami ein Auto nicht umbedingt notwendig ist. Am besten erst im Hotel einchecken und dann in aller Ruhe den Mietwagen zum Flughafen bringen. Wenn man ein Angebot gebucht hat wo eine Tankfüllung gratis ist, dann braucht man am Ende nichtmal eine Tankstelle suchen. Vom Miami International Airport fährt die Buslinie 150 in 40 Minuten direkt nach Miami Beach und dort dann die Washington Ave von Norden nach Süden runter. Auf selbigen Weg sind wir auch am Abflugtag wieder vom Hotel zum Flughafen gekommen.

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