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Mit der Nämlichkeitsbescheinigung Ärger beim Zoll vermeiden

Kauft man im Urlaub ein, so muss man beachten, dass bei der Wiedereinreise nach Deutschland gewisse Grenzen für Zollfreibeträge gelten. Bei Reisen aus Nicht-EU-Ländern sind dies derzeit 430€ für Flug- und Seereisen und 300€ für Reisen über dem Landweg.

Doch woher soll der Zoll wissen, was ich im Ausland gekauft habe und was ich bereits aus Deutschland mit in den Urlaub genommen habe? Hier kommt die Nämlichkeitsbescheinigung ins Spiel: Das Ausfüllen ist keinen besonders großer Aufwand, kann aber sehr großen Ärger ersparen.

Zunächst der Hinweis, dass ich hier lediglich über meine persönlichen Erfahrungen schreibe und dieser Text keine Rechtsberatung darstellt. Verbindliche Informationen gibt es beispielsweise auf der Homepage des Zolls.

Fast jeder hat mehr dabei als der Freibetrag eigentlich zulässt

Nicht nur ich als Fotogaf habe wertvolle Geräte dabei, die die Freigrenze aus dem Stand überspringen. Fast jedes modernes Handy übersteigt die Grenze deutlich. Während man bei einem Handy mit Gebrauchsspuren, gespeicherten Adressen, Fotos und deutscher Sim-Karte den Zollbeamten vielleicht noch davon überzeugen kann, dass man das Handy bereits mit in den Urlaub genommen hat, wird es bei Laptops oder gar Kameras schon komplizierter. Dies gilt übrigens nicht nur für Elektronik sondern auch für Sportgeräte, Schmuck und alles andere, das die 430€ übersteigt.

Kann man nicht beweisen dass man den Gegenstand schon mit in den Urlaub genommen hat, so kann vom Zoll eine Einfuhrsteuer erhoben werden. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist übrigens, dass nur die Differenz vom Freibetrag zum Kaufpreis versteuert wird. Tatsächlich wird bei Artikeln die über dem Freibetrag liegen der gesamte Wert versteuert. Aber auch das nur am Rande.

Quittungen mitnehmen – oder Formular ausfüllen

Um sich den Ärger bei der Wiedereinreise zu ersparen, kann man entweder die Kaufquittungen mitnehmen oder vor der Abreise ein entsprechendes Formular ausfüllen. Idr. reicht hier die vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung. Das Formular lässt sich auf der Internetseite des Zolls herunterladen und auch gleich online ausfüllen und ausdrucken.

Beim Ausfüllen sollte man darauf achten die Artikel so genau wie möglich zu beschreiben, damit sie bei der Wiedereinreise zweifelsfrei identifiziert werden können. Bei technischen Geräten lässt sich das am leichtesten über die Angabe der Seriennummer erreichen.

Vor dem Check-In kurz zum Zoll

Vor der Abreise muss das Formular UND die entsprechenden Gegenstände dem Zoll vorgelegt werden. Dies ist nicht so schlimm wie es klingt, an jedem Flughafen gibt es schließlich eine Zolldienststelle und die Beamten kennen die Formulare und wissen was sie zu tun haben. Bis jetzt hat die Bearbeitung bei mir nie länger als fünf Minuten gedauert.

Am besten man überlegt vorher ob man die Gegenstände die auf der Liste Stehen im Koffer oder im Handgepäck hat. Sind die Sachen im Koffer, muss man unbedingt vor dem Check-In zum Zoll. Ist der Koffer eingecheckt kann man die Teile nicht mehr beim Zoll vorzeigen und die Nämlichkeitsbescheinigung ist witzlos.

Ein Exemplar des Formulars behält der Zoll, das zweite erhält der Reisende zurück um es bei einer eventuellen Kontrolle vorzulegen. Dies ist übrigens der Grund warum ich hier ein Formular von 2015 zeige: Tatsächlich wurde ich bei der Rückkehr von meiner letzten großen Reise kontrolliert und der Zoll hat auch mein Exemplar behalten. Dafür hat die Beamten meine Kammerausrüstung nicht großartig interessiert und die Kontrolle war nach wenigen Minuten beendet.

Ausgefüllte und vom Zoll abgestempelte Nämlichkeitsbescheinigung von 2015

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