Bangalore Indien

Indien – ein Tripp zwischen zwei Welten

Strassen von Bangalore

Meine erste Reise nach Indien führt mich, dank einer Geschäftsreise, in die IT-Metropole des Landes nach Bangalore was heute in Bengaluru umbenannt wurde. Eine Woche lang durfte ich diesen faszinierenden Subkontinent kennen lernen. Teilweise entsprach dieser Besuch den Erwartungen und Bildern die ich vorher mit Indien verbunden habe, teilweise waren es aber ganz neue Erfahrungen.

Ich möchte in diesem Beitrag nicht den Eindruck vermitteln, dass ich Indien wirklich kennen gelernt habe. Wie der Titel schon sagt habe ich größtenteils in einer so ganz anderen Welt gelebt von der ich euch berichten möchte.

Die Einreise nach Indien ist für Deutsche problemlos. Ähnlich wie dem ESTA Verfahren in den USA  lässt sich im Vorfeld der Reise ein sogenanntes e-Tourist Visa (eTV) online beantragen. Die Kosten betragen ca. 43€ und bei der Einreise gibt es hierfür extra Schalter. Das Visum wird über eine „private“ Agentur beantragt, den Link zu der Webseite habe ich am Ende des Beitrages aufgeführt.

Ein Blick entlang der Hauptstrasse vor meinem Hotel

Ein Blick entlang der Hauptstraße vor meinem Hotel

Nach dem Verlassen des modernen Flughafens von Bangalore taucht man in den indischen Trubel ein. Mangels öffentlichem Nahverkehr (es gibt nur Busse die ewig in die Stadt brauchen) gibt es von fast allen Hotel einen Pickups-Service. Mich hat also sofort mein Fahrer in Empfang genommen und es ging direkt in den klimatisierten Wagen. Vor uns lagen 1,5h Fahrzeit durch die indische Nacht und mein Hotel lag auf der selben Seite der Stadt wie der Flughafen. In Bangalore lernt man schnell Entfernungen und Fahrzeiten anders einzuschätzen als in Europa. Die kleinste Strecke dauert ewig.

Mein Hotel, das Four Points by Sharaton Bengaluru Whitefield, liegt im gleichnamigen Stadtteil Whitefield im Osten der Stadt. Bevor ein Auto das Hotelgelände befahren kann, kontrolliert ein Pförtner mit einem Spiegel ob unter dem Auto Bomben versteckt sind und schaut sich den Kofferraum an…jedes Mal! Auch mein Gepäck oder meine Aktentasche wir vor jedem Betreten des Hotels durchleuchtet und ich muss durch einen Metalldetektor laufen. Zunächst empfand ich das als sehr skurril, habe dann aber gelernt, dass es eine Begründung dazu gibt. Ein indisches Gesetz schreibt vor, dass an allen Orten im Land, wo vermehrt Ausländer verkehren, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Das betrifft neben Hotels z.B. auch internationale Firmen und moderne Einkaufszentren.

Zwei Welten treffen am Pool des Four Points by Sharaton in Bangalore aufeinander

Zwei Welten treffen am Pool des Four Points by Sharaton in Bangalore aufeinander

Kühe gibt es nicht nur auf den indischen Strassen sondern auch in der Hotellobby

Kühe gibt es nicht nur auf den indischen Strassen sondern auch in der Hotellobby

Da es, wie gesagt, kaum öffentlichen Nahverkehr gibt ist in vielen Hoteltarifen ein Fahrservice zu der Arbeitsstätte und zurück mit enthalten. Ich wurde also die paar km zur Arbeit und zurück jeden morgen und Abend gefahren. Es ist zwar auch möglich zu Fuss zu gehen, aber ich empfehle das nur nach eine ausreichenden Eingewöhnungsphase. Grund dafür ist zum einen der Zustand der Strassen und Gehwege die, wenn überhaupt vorhanden, eher einem Wanderweg in den Alpen als einem Bürgersteig entsprechen. Zum anderen ist der Verkehr deutlich schlimmer als ich es mir vorher Vorgestellt habe. Ich hatte erwartet etwas Ähnliches wie z.B. in Shanghai anzutreffen. Bangalore ist aber bei weitem nicht damit zu Vergleichen. Auf den Strassen herrscht Anarchie, Gefahren wird wie immer es am schnellsten durch den starken Verkehr geht. Es gibt so gut wie keine Ampeln, weder für Fussgänger noch für Autofahrer. Speziell die LKWs und Busse sind zusätzlich im schlimmen Zustand. Selbst öffentliche Busse haben oft kein funktionierendes Licht, was speziell Abends, mangels ausreichender Strassenbeleuchtung schon sehr gefährlich werden kann. Und wäre das alles nicht genug wuseln überall noch Motorräder, mit teilweise dreiköpfigen Familien auf dem Sattel, streunende Hunde und heilige Kühe umher.

Nachts erkennt man noch mehr unterschiede zu Europa

Nachts erkennt man noch mehr unterschiede zu Europa

Viel moderner sind die, an den Strassen liegenden, Geschäftszeilen auch nicht. In Wellblechverschlägen oder kleinen Wagen werden alle Dinge Verkauft die man zum Leben braucht. Speziell das super leckere indische Streetfood, was aus kleinen Anhängern verkauft wird, findet man wirklich jede 20m.

Das Highlight meiner Indien Reise, und das hatte ich so erwartet, war natürlich das indische Essen. Ich bin schon vorher ein großer Fan gewesen aber in Indien selber musste das natürlich noch übertroffen werden. Currys wohin das Auge blickt, leckere Naan-Brote und duftender Reis konnten nur von den kleinen Köstlichkeiten wie Hünchenspieße oder gefüllte Teigtaschen übertroffen werden. Diese Kleinigkeiten werden übrigens traditionell als Starter, also Vorspeise, serviert und ich empfehle jedem diese Angebote wahrzunehmen. Für Leute die nur selten Scharf essen ist allerdings allgemein etwas Vorsicht geboten, der Umgang mit Gewürzen und Chili ist doch ein anderer als das was wir gewöhnt sind.

Typische Geschäftszeile in den Randbezirken von Bangalore

Typische Geschäftszeile in den Randbezirken von Bangalore

Blick vom Büro über ein farbenfrohes Viertel von Bangalore

Blick vom Büro über ein farbenfrohes Viertel von Bangalore

Bangalore ist eine indische Metropole aber in jeder Hinsicht so ganz anders als alles was ich erwartet hatte. Einen Großteil der faszinierenden Welt konnte ich leider nur aus dem Autofenster erleben. Abendliche Ausflüge mit meinen einheimischen Kollegen in Restaurants oder Bars haben mir dann aber doch diese Welt näher gebracht. Jeder der ein wenig auf Abenteuer steht wird dieses Land lieben. Viele der Eindrücke von denen ich gerade berichtet habe, empfinde ich nicht als negativ sondern als spannend und faszinierend. Ja, man muss sich an viele Dinge gewöhnen, dann aber möchte man mehr und mehr in das wirkliche indische Leben eintauchen und weg vom schnieken Hotel und den Fahrern.

Ich bin mir sicher, ich komme wieder! Und dann geht es ab ins echte Indien.

Kurz vor Ende der aufregenden Reise noch ein blick in die Lounge des Bengaluru Airports

Kurz vor Ende der aufregenden Reise noch ein Blick in die Lounge des Bengaluru Airports

 

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