Italien Kalabrien

Another Beach – (k)ein Geheimtipp für Kalabrien

Kalabrien, kurz vor Sizilien, ganz im Süden Italiens gelegen, ist eine beliebte Urlaubsregion. Entsprechend voll ist es an den Stränden, die zudem auch noch oft aus Kies bestehen. Schöne Sandstrände sind schwer zu finden.

Bei der Suche in Google Maps, habe ich den Punkt „Another Beach“ auf der Karte gefunden. Klingt erstmal nach nichts, ein bisschen komisch, als ob da jemand seinen Lieblingsstrand markiert hat. Auf dem Satellitenbild sieht es aber gut aus. Also ab ins Auto und los.


Für die 45km vom Hotel in Catanzaro Lido zum Strand brauchen wir nicht ganz eine Stunde über die recht gut ausgebaute Strada Statale 109. Spannend sind die letzten drei Kilometer von der Hauptstraße zum Meer. Die Abzweigung kann man leicht verpassen, da sie nicht ausgeschildert ist und die „Straße“ auf der es jetzt weiter geht kaum breiter als ein Auto ist.

Der Weg von der Hauptstraße zum Strand

Der Weg von der Hauptstraße zum Strand

Ungefähr auf halber Strecke dann ein selbstgebauter aber nicht zu übersehener Wegweiser am Baum: „Another Beach“. Ok, wir sind auf dem richtigen Weg und da hat nicht nur irgend ein Witzbold einen Punkt bei Google Maps gesetzt, sondern sich richtig Mühe gegeben.

Wegweiser am Baum

Wegweiser am Baum

Parkplatzschild "Bewachter Parkplatz Strand"

Parkplatzschild „Bewachter Parkplatz Strand“

Nach ein paar weiteren Kurven ist die Straße plötzlich zuende. An einem Gartentor steht etwas von Parkplatz. In einer kleinen Bude sitzen ein paar Männer und weisen uns einen Parkplatz auf der Wiese zwischen jungen Olivenbäumen zu.

Es stehen ein paar Häuser herum, es gibt bunte transparente und laute Musik. Es könnte sich um irgendwie geartetes alternatives Projekt handeln, um das herauszufinden ist mein Italienisch aber zu schlecht und englisch spricht scheinbar in ganz Kalabrien kaum jemand.

Vom Parkplatz geht es zu Fuß weiter durch einen kleinen Wald. Der Weg führt an einem kleinen Campingplatz vorbei, der auch irgendwie zum Another Beach Project gehört. Wie alles andere hier, ist auch der Weg selbst angelegt worden und führt über Baumstümpfe, Steine, Sand und eine improvisiere Treppe den Hang hinunter zum Strand. Es empfiehlt sich festes Schuhwerk zu tragen. In Flipflops oder gar Barfuß ist der Weg nur bedingt zu bewältigen.

Hinweis Weg zum Strand

Hinweis Weg zum Strand

Nun waren wir jetzt, wo ich den Artikel schreibe bereits mehrmals bei Another Beach und der Artikel könnte in zwei verschiedenen Versionen weitergehen:

Am Wochenende:

Schon der Parkplatz lässt vermuten, dass man nicht alleine ist. Der Einweiser winkt einen in die hinterste Ecke der Wiese, so dicht zwischen zwei andere Autos, dass man kaum noch die Tür auf bekommt und kassiert drei Euro für den Parkplatz. Bereits auf halbem Weg vom Parkplatz zum Strand hört man schreiende Kinder und laut redende Erwachsene. Am Strand sind etliche Menschen. Es ist aber trotzdem viel mehr Platz als an den anderen Stränden, an denen man wie Ölsardinen dicht an dicht liegt. Another Beach ist also auch am Wochenende zu empfehlen, perfekt wird es aber erst in der Woche.

In der Woche:

Die Parkplatzwiese ist bis auf ein paar Autos leer, die Männer sitzen in ihrem Häuschen und interessieren sich nur bedingt für uns.

Schon kurz hinter dem Parkplatz hört man das Meer rauschen. Am Strand liegen vielleicht zehn Familien und Pärchen verteilt auf ca. 300m. Besser geht es also quasi nicht.

Der Parkplatz

Wie bereits erwähnt gibt es einen Parkplatz auf einer umzäunten Wiese mit jungen Olivenbäumen. In einer Ecke steht eine Hütte in der Männer sitzen, die je nach Besucherandrang Parkplätze zuweisen oder sich gar nicht bewegen. So oder so passen Sie hoffentlich auf die Autos auf.

Der Parkplatz auf der Wiese

Bei unserm ersten Besuch – an einem Sonntag – wurden wir beim Aussteigen mit den Worten „Tre Euro, Three Pounds“ begrüßt.

Bei unserem zweiten Besuch, diesmal in der Woche, haben wir einem der Männer in der Hütte im Vorbeigehen drei Euro in die Hand gedrückt. Beim dritten Besuch , ebenfalls in der Woche, haben wir versucht zu fragen, wie es mit bezahlen läuft. Der der Parkplatzwächter hat uns aber nicht verstanden und nur gesagt, dass er um 20:00 Uhr zu macht. Wenn er Geld haben wollte hätte er das schon irgendwie kommuniziert.

Der Strand

Strand Panorama

Strand-Panorama

Der Strand lieg in einer weitgezogen Bucht ‚hinter‘ dem ebenfalls sehenswertem Städtchen Le Castella. Zum Hinterland ist der Strand von einem Dünenartigen Hang mit Büschen und ein paar Bäumen abgeschirmt. Am anderen Ende der Bucht erkennt man einen bewachten Strand mit Liegen und Sonnenschirmen. Allerdings so weit weg, dass es die Ruhe nicht weiter stört.

Der Strand, Blickrichtung Westen

Der Strand, Blickrichtung Westen

Im Gegensatz zu einem öffentlichen bewachten Strand gibt es am Another Beach keinerlei Infrastruktur. Keine Toiletten oder Umkleidekabinen keinen Kiosk, keine Liegen oder Sonnenschirme. Einfach nichts außer Sand. Man muss sich also alles selbst mitbringen. Wir haben uns im Supermarkt einen Sonnenschirm für 8€ gekauft, der seinen Zweck vollkommen erfüllt.

Dank der abgeschiedenen Lage gibt es hier auch keine aufdringlichen Verkäufer, die einem irgendeinen Ramsch andrehen wollen.

Der Strand, Blickrichtung Osten

Der Strand, Blickrichtung Osten

Was es hingegen so viel wie an keinem anderen Strand in der Gegend gibt sind Mülleimer, mit der Bitte die Natur zu respektieren und den Strand sauber zu halten. Das scheint auch recht gut zu funktionieren.

Das Meer

Direkt hinter dem Strand scheint das Wasser recht schnell tief zu werden. Nach ein paar Metern steht man schon bis zur Hüfte im Wasser. Dann wird es allerdings nicht mehr wesentlich tiefer. An einigen Stellen wird das Wasser dann sogar wieder flacher. Wenn man sich 50m vom Ufer entfernt bequem ins Wasser setzen kann ist das zwar lustig, insgesamt ist das Meer hier aber eher zum rumplanschen als für Leute, die ernsthaft schwimmen wollen.

Kleiner Fisch

Ein kleiner Fisch im Meer

Das Wasser ist klar und durch die geringe Tiefe auch recht warm. Zumindest an den Tagen an denen wir hier waren gab es auch kaum Wellen. Das habe ich an anderen Stränden in Kalabrien auch schon anders gesehen.

Wie auch der Strand besteht auch der Meeresboden aus Sand, was wie zu Beginn erwähnt keineswegs selbstverständlich ist.

Fazit

In der Woche ist der Strand ein echter Geheimtipp. Am Wochenende ist man zwar nicht ganz alleine aber es ist trotzdem wesentlich ruhiger als an den anderen öffentlichen Stränden in der Gegend.

Wer Urlaub in Kalabrien macht und ein Auto zur Verfügung hat, sollte sich „Another Beach“ nicht entgehen lassen.

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